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Volkmar Kuhnle Bowie Heathen
28.04.2017, 09:55

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Attach:VolkmarKuhnle_Kuhnle_heathen.jpg Δ Wenn man CD-Rezensionen für ein Gothic-Magazin schreibt, sind die meisten Acts noch relativ neu im Geschäft, was daran liegt, dass die Szene auch noch nicht so alt ist. Meistens hat man es also mit dem ersten, dem zweiten, dem dritten ...Album eines Künstlers zu tun, eventuell auch mal mit dem zehnten.

Heute jedoch schreibe ich eine Jubiläums-Rezension: "Heathen" von David Bowie ist das insgesamt fünfundzwanzigste (!) Album des Ausnahme-Künstlers, der angesichts seiner Wandlungsfähigkeit oftmals als "musikalisches Chamäleon" bezeichnet wurde und der bereits in mehrfacher Hinsicht Musikgeschichte geschrieben hat. Aber ich hätte das Album alleine wegen des Titels rezensieren müssen: "Heathen" heißt nämlich auf deutsch "Heide". Was ist nun heidnisch an diesem Album? Sollte Bowie sich etwa "bekehrt" haben?

Auf den ersten Blick ist am Cover nichts heidnisches zu erkennen. Ein Foto von David Bowie, dessen Augen scheinbar dämonisch leuchten, das ist ebenfalls ungewöhnlich. Im Inneren entdeckt man, dass einige hochkarätige Musiker an Heathen mitgewirkt haben: Pete Townsend (The Who) und Dave Grohl (Foo Fighters). Und als Produzent und Toningenieur diente Tony Visconti, der bereits vor über 20 Jahren bei "Heroes" und anderen "historischen" Alben Bowies am Regler stand.

Die auf dem Album befindlichen Titel sind eine interessante Mischung aus selbstgeschriebenen Werken und drei Coverversionen. Die erste davon, "Cactus", stammt im Original von den Pixies. Bowies Version wirkt schräger als das Original. Das zweite Cover "I took a trip on a Gemini Spaceship", stammt im Original von "The Legendary Stardust Cowboy", ein ehemaliger Kollege von David, der eine Zeitlang beim selben Label untergekommen war. Vom Inhalt erinnert es ein wenig an die "Space Oddity" (aber nicht von der Musik her). Der dritte Song in dieser Reihe "I've been waiting for you" (Neil Young-Cover) fällt ein wenig ab.

Doch auch die Originalsongs haben es in sich. Da findet man zum Beispiel "Afraid", eine Nummer im 70er-Rock-Stil, eventuell ein ironischer Rückblick auf David Bowies eigene Karriere. Oder Nummern wie "A Better Future", die sich - typisch Bowie ? nirgends eindeutig einordnen lassen.

Das letzte Stück "Heathen (The Rays)" (das einzige übrigens, dessen Text im Booklet abgedruckt ist ? in Form einer Spirale!) stellt einen Bezug zum Titel der Platte her. Denn im Refrain heißt es:

And when the sun is low And the rays high I can see it now I can feel it die

Nach heidnischer Auffassung ist die Zeit zwischen Tag und Nacht (also die Zeit des Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergangs, "when the sun is low") ein Moment, in dem die außersinnliche Wahrnehmung besonders stark ist. Hier ist also ein Bezug zum Heidentum gegeben. Ob man David Bowie allerdings als echten Heiden betrachten kann, lässt sich alleine aus diesem Text nicht folgern. Schließlich hat David Bowie im Laufe seiner Karriere alle möglichen und unmöglichen Personen verkörpert (angefangen von Ziggy Stardust) so dass "Heathen" nur eine weitere Figur sein könnte.

Fazit: "Heathen" ist ein sehr gutes Album, das einige gute und hörenswerte Songs präsentiert. Allerdings kann es den Vergleich mit Bowies "historischen" Alben wie etwa "Ziggy Stardust", "Aladdin Sane" oder "Heroes", nicht ganz standhalten.

Anspieltipps: Cactus, Afraid, Heathen (The Rays)

Homepage: http://www.davidbowie.com Volkmar Kuhnle, Juni 2002 << Estampie, Fin Amor CD, Warner, 2002 | Liste Nach Autoren | Rezension: Lords of Chaos >>

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