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Slawisches Heidentum Jahresfeste
28.04.2017, 09:55

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Slawisches Heidentum


Vorwort - Geschichtliches - Spirituelles - Mythologie - Jahresfeste - Gegenwart - Märchen - Rezepte - Links - Literatur


Jahresfeste

Die Jahreskreisfeste ähneln zum Teil denen im restlichen Europa, weichen aber bei den einzelnen Völkern auch voneinander ab. Ich beschränke ich mich hier auf die wesentlichen Termine. Weiß galt als die Farbe der Anderswelt, weiße Kleidung daher als spirituell und feierlich.

Gromniczne (poln. - Lichtmeß)

Polnisches Fest der Reinigung und Kerzenherstellung. Bienenwachs gilt wie alles, was mit Bienen zu tun hat, als heilig, und so ist auch die Herstellung der Kerzen für das neue Jahr ein ritueller Akt. Die zu diesem Zeitpunkt angefertigten Bienenwachskerzen schützen das Haus vor Frühlingsgewittern und Krankheit und werden während der Pflügezeit zur Segnung und Markierung der Felder verwendet. Eine besondere Kerze wird angefertigt, die dem Hersteller auf seinem Weg in die Anderswelt leuchten wird, sollte er in diesem Jahr sterben.


Maslenitsa (russ.)

Attach:HeidentumAnnaKuehneSlawischesHeidentum_maslenitsa.jpg Δ Δ Der russische Karneval, die sogenannte "Butterwoche" (von maslo = Butter) vor dem Frühlingsfasten. Es wird geschlemmt, getanzt, gespielt und gescherzt, was das Zeug hielt - gewissermaßen Weihnachten, Karneval und Oktoberfest in einem. Nach der Oktoberrevolution 1917 war dieses Fest verboten, erst seit 2002 wird es wieder offiziell gefeiert.
Eine ganz besondere Rolle spielen dabei die "Blini", Frühlingseierkuchen, die während dieser Woche massenhaft und mit möglichst fettem Belag vertilgt werden, vorzugsweise mit Butter, Lachs, Kaviar, saurer Sahne, Fisch oder Pilzen, aber auch mit Honig oder Marmelade. Nur Fleisch ist während der gesamten Woche nicht erlaubt. Und natürlich fließt auch der Wodka in Strömen (in ganz alten Zeiten dürfte es Met gewesen sein). Man besucht(e) mit vollen Körben die Gräber verstorbener Verwandter, um sie am großen Schlemmen teilhaben zu lassen.
Am letzten Tag werden die letzten Blini im Feuer geopfert und die "Maslennitsa" in Gestalt einer Strohpuppe aus dem Ort gefahren und auf den Feldern verbrannt. Nach der Butterwoche beginnt die Fastenzeit bis zum Frühlingsanfang, und das soll schon vor Verbreitung des Christentums so üblich gewesen sein.

Igor Stravinsky's Ballet "Petruschka" handelt übrigens während der Maslennitsa.


Dyngusy (poln.)

Attach:HeidentumAnnaKuehneSlawischesHeidentum_dyngusy.jpg Δ Δ Frühlingsfest. Jungen verstecken sich überall und lauern den Mädchen auf, um sie mit Wasser zu bespritzen oder zu übergießen. Selbst, wer sich im Bett versteckt, wird nicht verschont. Die Mädchen vergelten nach einem solchen Guß natürlich Gleiches mit Gleichem. Dieser Brauch soll den für das Gedeihen der Frühjahrssaat nötigen Regen herbeirufen und gilt allgemein als Fruchtbarkeitsbrauch.


Kupala (poln.) / !!Kupalo (russ.)

Sommersonnenwende. Fest für Mütterchen Wasser, wichtigstes Jahresfest der Slawen. Der Name kommt von "kupatj", was in fast allen slawischen Sprachen "baden" bedeutet. Der am Abend vor dem längsten Tag fallende Tau wurde gesammelt, und man wusch sich damit, um sich zu reinigen. Feuer wurden entzündet und man sprang hindurch, ebenfalls zur Reinigung. Auch das Vieh wurde zusammengetrieben und durch die Feuer gejagt. Große und/oder kleine Strohpuppen wurden gebastelt und mit Halsketten und Bändern geschmückt. Bei Sonnenuntergang wurden sie dann verbrannt oder im Wasser "ertränkt". Eine ganz wichtige Rolle spielten Blumen, Kräuter und Bäume. Kränze aus 9 verschiedenen Kräutern wurden geflochten und ins Wasser gesetzt. Dann badete man in dem so gesegneten Wasser. Kräuter, die man in der Nacht vor dem längsten Tag schnitt, hatten besonders starke magische und heilende Kräfte. Im Morgengrauen dann wurde Blutweiderich gesammelt, dessen Wurzeln sollten Dämonen abschrecken. Die allerheiligste Pflanze war jedoch der Farn. Es hieß, dass er nur in dieser Nacht, und zwar um Mitternacht, seine "Feuerblüte" hervorbringe. Wer sie fände, erhielte die Gabe, Gedanken zu lesen, Schätze zu finden und alles Böse abzuwehren. Weiterhin hieß es, dass in dieser Nacht die Bäume laufen könnten, und wer die Feuerblüte gefunden hatte, der könne auch hören und verstehen, worüber sich die Bäume unterhalten. Einige Bräuche entsprechen denen, die bei den westlicher wohnenden Völkern an Beltaine ausgeübt wurden. Zum Beispiel wählten die Frauen eine Birke aus, ehrten und fällten sie. Alle Äste bis auf die obersten wurden entfernt, und diese verbliebenen zu einer Krone geflochten. Dann wurde der Baum ins Dorf gebracht, in der Mitte aufgestellt und mit Bändern geschmückt.

Hier kann man sich ein Video herunterladen, wie die polnischen Heiden am 19.06.2004 Kupala gefeiert haben. (Der Umfang beträgt ca. 7 MB, und man braucht ein Dekomprimierungsprogramm für die Videodaten.)

- weitere Jahresfestbeschreibungen folgen -


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Kulturhistorische Beiträge

Óskmejyar Teil 1 - Die Walküren in der Helgaquiða Hundingsbana I (von Hans Schuhmacher)
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Die unbekannte Tradition: Slawisches Heidentum(von Anna Kühne)

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